Bozen und Region
Bozen, auf italienisch Bolzano und auf ladinisch Bulsan oder Balsan ist die Landeshauptstadt von Südtirol und hat etwa 100.000 Einwohner. Als Sitz der Südtiroler Landesregierung und des Südtiroler Landtags ist sie somit das politische Zentrum Südtirols.
Seit 1964 ist Bozen zudem Bischofssitz der Diözese Bozen-Brixen und seit der Eröffnung der Freien Universität Bozen 1998 auch Universitätsstadt. Bozen wurde durch die Alpenkonvention zur Alpenstadt des Jahres 2009 erklärt, die Umgebung gehört zu den größten Weinbaugebieten Südtirols.
Die Stadt liegt geografisch gesehen, am Treffpunkt zweier Alpentransversalen, der oberen Etschtal- und der Eisacktalfurche. Im Stadtgebiet mündet der Fluss Talfer in die Eisack, weshalb Bozen gelegentlich als Talferstadt bezeichnet wird.
Gegliedert ist sie heute in die fünf Stadtteile "Zentrum, Bozner Boden, Rentsch", "Oberau-Haslach", "Europa-Neustift", "Don Bosco-Neugries" und "Gries-Quirein", etwa 26% der Einwohner sprechen deutsch, 73% italienisch und der Rest ladinisch.
Die Gegend um Bozen war schon im frühen Mittelalter besiedelt, auch wenn das damals wegen der ausgedehnten Sümpfe im Talkessel noch sehr schwierig war. Dennoch gab es schon zu Zeiten der Römer eine kleine Siedlung mit einer frühchristlichen Kirche. Reste davon hat man bei Ausgrabungen gefunden.
Damals gab es in der Nähe vermutlich eine Burg namens Bozen, aus der Zeit um das 7. Jahrhundert ist ein bayrischer Graf von Bozen bekannt. Später gab es eine Grafschaft Bozen, die aber an das Hochstift von Trient übergeben wurde.
Vor etwa 800 Jahren wurde das mittlerweile zur Stadt herangewachsene Dorf dann offiziell zur Stadt erhoben. Es lag verkehrsgünstig zwischen den damals sehr bedeutenden Handelsstädten Augsburg und Venedig.
Das Bozen der damaligen Zeit war freilich sehr klein und bestand nur aus der Altstadt zwischen Talfer und Eisack bzw. zwischen Zollstange und Wangergasse. Dennoch wohnten noch 1910 fast die Hälfte aller Bürger innerhalb dieser Grenzen.
1381 bekam Bozen von Herzog Leopold III. von Österreich sein Stadtwappen. Nach dem Sieg Italiens im ersten Weltkrieg wurde Südtirol und somit auch Bozen von Italien besetzt und später annektiert.
Hierzu wurden gezielt Italiener nach Bozen umgesiedelt und einheimische Bürger vertrieben. Um den zugewanderten Italienern Arbeit zu verschaffen, wurden ein großes Industriegebiet und ausgedehnte Wohnsiedlungen eingerichtet.
Anreise:
Bozen liegt direkt an der Brennerautobahn und ist somit sowohl an den Süden als auch den Norden gut angebunden. Innsbruck, München, Mailand, Venedig und Rom sind direkt zu erreichen. Zudem besitzt Bozen einen Flughafen, die Eisenbahnanbindung ist sehr gut und in sämtliche Teile Südtirols führen Buslinien.
Zwischen 1909 und 1948 besaß die Stadt sogar eine Straßenbahn, 2014 soll es wieder eine geben.
Die Verkehrsplanung innerhalb des Stadtgebietes legt großen Wert auf gute Radwege und ökologische Konzepte des öffentlichen Nahverkehrs.
Aktivitäten und Sehenswertes
Bozen kann für den kulturell und geschichtlich interessierten Urlauber mit einer Reihe von hochinteressanten Museen aufwarten.
Neben dem Stadtmuseum findet sich hier beispielsweise das Südtiroler Archäologiemuseum mit dem „Mann vom Hauslabjoch“, besser bekannt als Ötzi.
Oder das Naturmuseum Südtirol, das in seiner Ausstellung anhand ausgewählter Beispiele die Entstehung und das heutige Erscheinungsbild der Südtiroler Landschaften aufzeigt.
Das Museion, das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, das Merkantilmuseum, das Schulmuseum und nicht zuletzt das Messner Mountain Museum Firmian, untergebracht in der spätmittelalterlichen Anlage des Schlosses Sigmundskron.
Neben den Museen sind natürlich die Burgen und Schlösser in der Umgebung einen Abstecher wert. Davon gibt es in der Region jede Menge, mit rund 40 Burganlagen auf engstem Raum ergibt sich die größte Burgendichte Europas. Einige davon sind:
Schloss Runkelstein
Schloss Maretsch
Schloss Sigmundskron
Haselburg
Ruine Rafenstein
Schloss Ried
Schloss Klebenstein
Ruine Weineck
Ansonsten empfiehlt sich der Besuch der Bozner Lauben, des Obstplatzes, des Waltherplatzes mit einem Denkmal „Walther von der Vogelweide“, des Kornplatzes, der Bozner Pfarrkirche (Dom), der Franziskanerkirche mit Kreuzgang, der Dominikanerkirche der alten Grieser Pfarrkirche, der Stiftspfarrkirche Muri-Gries, des Siegesdenkmals, des Gerichtsplatzes und des Radkunstweges „Augenreise“ über Kardaun nach Blumau.